His01Die Strecke nach Schlutup

Die 15 km lange Strecke wurde nach langer Planung und Bautätigkeit am 20. August 1902 von der LBE in Betrieb genommen. Errichtet wurde die Bahn im Wesentlichen für die Schlutuper Fischverarbeitungsindustrie. Bereits 1883 wurde an den Staat Lübeck der Antrag auf einen Eisenbahnanschluss gestellt. Mehrfach wurde seitens der Schlutuper Interessent die Bemühung gemacht an das Netz der LBE angeschlossen zu werden; endlich 1898 zeigten die Bemühungen Erfolg.

Am 01. Mai 1901 wurde zwischen dem Schlutuper Eisenbahnkomitee, dem lübschen Eisenbahnkommisariat und der LBE der Vertrag zum Bau der Strecke nach Schlutup geschlossen.

In Strecknitz zweigte die Bahnstrecke von der 1873 eröffnete Bahnstrecke Lübeck–Bad Kleinen ab, verlief jedoch noch bis hinter der Wakenitz parallel zur Hauptbahn. Sie kreuzt die Brandenbaumer Landstraße und die Kirschenallee und führt weiter entlang der Wesloer Landstraße nach Schlutup. Mit der Verlegung des Hauptbahnhofes wurde auch das Gleis nach Bad Kleinen neu trassiert, wobei das Gleis nach Schlutup nunmehr eine direkte Anbindung erhielt.

Nachstehend ein Fahrplan von 1903, der auch für die Strecke nach Schlutup gilt.

Fahrplan 1903

1907 leitet der Lübecker Staat ein Enteignungsverfahren gegen 8 private Anlieger der heutigen Fabrikstraße ein, um Areal für ein Industriegelände zu erhalten. Durch den Bahnbau 1910 entstand dort bis 1911 dort ein großes Industriegelände zwischen Bahn und Trave, in dem sich unter anderem ein holzverarbeitende Betriebe (Louis Krages) und auch ein Schwellenwerk (Katz & Klump aus Gernsbach, Baden) ansiedelten.

Gleisplan

1928 gab es 50 fischverarbeitende Betriebe in Schlutup. 70% der in Deutschland verkauften Fischkonserven kamen in diesen Jahren aus Schlutup.

Der Personenverkehr, der keine große Bedeutung besaß, wurde auf dieser Strecke 1916 eingestellt, nachdem 1914 eine Straßenbahnlinie nach Schlutup gebaut worden war.

Während des Zweiten Weltkrieges gab es allerdings Werkspersonenverkehr für die Beschäftigen der Deutschen Waffen- und Munitionswerken, die ab 1936 im Lauerholz errichtet worden waren. Dazu ist der Haltepunkt Stecknitzer Tannen eingerichtet worden. Auch diese Werke verfügten über mehrere Gleisanschlüsse. "Das DMW-Gelände" wurde über zwei nach Norden abzweigende und eine nach Süden abzweigende erschlossen, im Werksgelände es eine Vielzahl von  Rangier-, Lade- und Abstellgleise, die mit eigenen Lokomotiven bedient wurden." Quelle: Quellen 50, S. 122.

Der Bahnhof von Schlutup steht heute unter Denkmalschutz und die Strecke gehört der DB, während der Abzweig zur Trave von der Hafenbahn bedient wird.Nachfolgend der Gleisplan der Strecke mit Abzweigen.

Der Bahnhof in Schlutup bietet heute das Bild der üblichen DB-Immobilien, die aufgegeben respektive deren Leerstand nur noch verwaltet wird.urden.

Bahnhof Schlutup Front Bahnhof Schlutup Gleisseite

 

 Der Bahnhof wurde inzwischen an einen Privatmann verkauft.