Wie Wehrmann in "Zeitschrift für lübeckische Geschichte und Aterthumsforschung" von 1888 schreibt:"Eine Eisenbahn nach Travemünde gehörte lange Zeit zu den Gegenständen, denen man in Lübeck mit Besorgniß entgegensah, weil man fürchtete, daß travemünde sich auf Kosten der Stadt Lübeck heben würde. Ein Antrag auf Bewilligung der für die Vorbereitung erforderlichen Geldmittel, die der Senat 1846 an die Bürgerschaft richtete, fand zwar die Zustimmung von sechs der damilgen bürgerlichen Collegien, während die übrigen fünf Einspruch erhoben, aber zur Ausführung kam er dennoch nicht." Quelle:a.a.O. S. 115

Wenn der Eisenbahnweg nach Travemünde zunächst auch steinig war, am 01. August 1882 eröffnete die LBE die Strecke von Lübeck nach Travemünde. 

Strandbahnhof

Der erste Bahnhof in Travemünde

Die Bahnstrecke nach Travemünde war ein Erfolg. Die neue Lust der Großstädter auf einem Aufenthalt an der See förderte die Entwicklung, so daß bereits am 1. Juli 1898 die Strecke zum heutigen Bahnhof Travemünde-Strand verlängert wurde. Als Architekt des neuen markanten Gebäudes war der Architekt Klingholz. Mit der Betriebsaufnahme begann der Bäderverkehr in Travemünde ein ungeahntes Ausmaß anzunehmen, so dass bereits 1898 die Bahn vom Stadtbahnhof zum Strandbahnhof verlängert werden musste, der zunächst nur im Sommer bedient wurde. 1900 baute die LBE die gesamte Strecke dann als Hauptbahn aus.

1930 wurde am Turm ein "Zugabfahrmelder" installiert, der auch heute noch dem Reisenden die notwendigen Informationen vermittelt.

Die Streckenführung nach Travemünde gestaltete sich schwierig, da die neue Bahnlinie ausschließlich auf lübschen Gelände gebaut werden sollte. Als lübsches Gelände stand nur der schmale Uferstreifen entlang der Trave zur Verfügung. Im Bereich der Mündung der "Schwartau" erwartete die Bauarbeiter auch noch mooriges Gelände, das zugeschüttet werden musste. Mit dem Bau der Strecke verfügte dann die Stadt Schwartau über zwei Bahnhöfe; einmal über den Bahnhof "Schwartau" der ELE und den Bahnhof "Schwartau-Waldhalle" der LBE.

1906 erlebt die Strecke mit dem Baubeginn der "Uferbahn", die den Bahnhof "Dänischburg" mit dem 1905 gegründeten "Hochofenwerk" verbindet ein gesteigerte Bedeutung.

Der geplant zweigleisige Ausbau eines Teiles der Strecke wurde erst mit der Elektrifizierung 2008 vollendet.