Als Stammstrecke wird die Eisenbahnverbindung Lübeck - Büchen bezeichnet. Nach Gründung der Lübeck-Büchener Eisenbahngesellschaft am 27. Februar 1850 begann diese mit dem Bau der Strecke von Lübeck über Ratzeburg und Mölln nach Büchen. Viele Probleme, insbesondere mit dem Untergrund traten dabei auf. Eiszeitliche Torflinsen und Moorlöcher bedeuteten erheblichen Trassierungsaufwand.

Zeichnung Vertikalplan

"Die Bahn von Lübeck nach Büchen wurde auf Grund eines Staatsvertrags zwischen Dänemark und der freien und Hansestadt Lübeck (27. Juni 1847) und nach der unterm 18. Februar 1850 von der damaligen Statthalterschaft des Herzogtums Lauenburg und unterm 2. März 1850 vom Senat der freien Stadt Lübeck erteilten Konzession in den Jahren 1850 und 1851 gebaut und am 15. Oktober 1851 dem Betrieb übergeben. Die dänische Regierung erkannte die von der Statthalterschaft des Herzogtums Lauenburg erteilte Konzession nicht als rechtsbeständig an; sie erteilte unterm 7. April 1857 eine andere Konzession und bestätigte die unwesentlich geänderten Statuten der Gesellschaft, worauf die Ausgabe der Aktien erfolgte (7,674.000 M.)."Quelle: Enzyclopädie des Eisenbahnwesen

Der Bahnhof der LBE in Lübeck lag in unmittelbarer Nähe des Holstentores. Die Gleistrasse führte durch die Wallanlagen der Lübecker Stadtbefestigung. Mit dem Bau der Gleisanlagen auf der Wallhalbinsel wurden erhebliche Eingriffe in das dortige Gebiet realisiert.

Wallanlagen

Die Abholzung zahlreicher Alleebäume und die ursprünglich geplante Abtragung der Bastionen Rehbock und Scheune stieß dabei auf Widerstand in der Lübecker Bevölkerung. Senat und Bürgerschaft entschieden deshalb, die abgeholzten Bäume auf Rechnung des Staates zu verkaufen.

Der Potsdamer Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné wurde dann beauftragen, mit dem erlösten Geld die verbleibenden Wallanlagen künstlerisch zu gestalten. Wobei bei der Lübecker Bevölkerung sehr schnell der Name "Chimboratzo" - in Anlegung an den Berg in Südamerika - sich prägte.

Die Teilung des Ziegelsees bei Mölln durch den Bahndamm stieß bei den Möllnern nicht auf die uneingeschränkte Zustimmung, man beugte sich aber dem Fortschritt namens "Eisenbahn".