LBE Logo neuÜber die Entwicklung der Doppeldeckwagen gibt es eine Menge Literaturquellen, von denen ich einige unter QUELLEN auch angegeben habe.

Es soll deshalb an dieser Stelle nur in der gebotenen Kürze auf diesen doch so wichtigen Entwicklungschritt eingegangen werden, mit dem die LBE ihrer Zeit damals weit voraus war.Bei der Innengestaltung der Doppeldeckwagen hatte man sich der Beratung der Architektin Liesel Bertsch-Kampferseck aus Berlin bedient. Die auf Erfahrung, dies sie als Innenarchitektin bei der Mitropa gewonnen hatte, zurück greifen konnte..

Die Doppeldeckwagen hatten 2. und 3. Klassebereiche; Stahlrohrsitze mit abwechselnd brau und roter Lederpolsterung kennzeichneten die 3. Klasse, wobei die Wände mit hellem Eichenholz, das matt poliert war, ausgestattet waren. Die Rückenlehnen waren umklappbar, so daß Fahrgäste immer in Fahrtrichtung sitzen konnten.
Die Einrichtung der 2. Klasse bestand aus Polstersitzen mit ebenfalls verstellbarer Rückenlehne; bezogen waren die Sitze mit orangefarbenem Plüsch mit dunklen Punkten. .

Man war sich bei der LBE über die einmalig dieser Züge im Klaren, das zeigen die vielen Veröffentlichungen die in Zusammenhang mit der Probefahrt entstanden waren. Sowohl im Inland, aber auch im Ausland erschienen Artikel und Reportagen. “Anerkennung für den ruhigen Lauf, die gediegene Ausstattung und den schnellen Schiebeverkehr des Zuges druckten alle Blätter vom “Kladderadatsch” bis zu den “Sidney News”, vom “Matin” in Paris bis zur Dänischen Eisenbahnzeitung.” Quelle: 1, S. 80

Auch die Betriebszeitschrift der LBE “Das glitzernde Band” widmete natürlich diesem Ereignis ihre Seiten. In Heft 7 vom Dezember 1937 wurde eine Veröffentlichung aus dem “Illustrierten Blatt, das in Frankfurt/Main erschien, wiedergegeben.Am 2. Mai des Jahres 2001 ...”jährt sich der Tag zum 65. Male, an dem die Lübeck-Büchener Eisenbahn (LBE) als erste deutsche Bahnverwaltung doppelstöckige Wendezüge planmäßig in Betrieb nahm. Wenn auch der Fachbegriff damals anders lautete, so schmälert das nicht die fahrzeugtechnische und eisenbahnbetriebliche Leistung. Die LBE hat mit diesen Zügen in verschiedener Hinsicht deutsche Eisenbahngeschichte geschrieben. Je mehr man sich mit diesen Fahrzeugen befasst, um so mehr stellt man ihren Vorsprung gegenüber dem stand der Technik jener Zeit fest. Aber nicht nur für Eisenbahnfachleute und -freunde waren und sind die Züge interessant; auch die Lübecker und Bewohner des Einzugsgebietes der LBE können mit einer gewissen Genugtung daran denken, dass von ihrer Eisenbahn eine Entwicklungsrichtung in Deutschland ausging, die bis in die Gegenwart fortgeführt wurde. Die Deutsche Bahn AG betreibt jetzt einen hohen Prozentsatz ihrer lokomotivbespannten Züge sowohl des Nah- als auch des Fernverkehrs als Wendezüge. Im Bereich des Regional- und Stadtverkehrs sind modernisierte und neu gebaute Doppelstockwagen im Einsatz und weitere 223 dieser Fahrzeuge sollen beschafft werden....” (mehr) Quelle 14 S. 35.

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Der letzte Doppelstockwagen blieb nach seiner Ausmusterung durch die DB in seiner alten Heimat Lübeck. Der ehemalige LBE-DW 8, bei der Bundesbahn als 'DAB 6b' Nr. '50 80 26 20804-3 im Einsatz, konnte damals dank einer  großzügigen Finanzierung durch die Lübecker Possehl-Stiftung vom Verein Lübecker Verkehrsfreunde e.V. übernommen werden.Nach der Insolvenz des VLV schien sein Ende greifbar; der Schneidbrenner drohte. Nun hat der Museum in Nürnberg, um dem Wagen dieses Schiksal zu ersparen, den Wagen gekauft.

Eine anderer Doppelstockeinheit befindet sich im nicht der Öffentlichkeit zugänglichen Werksmuseum der Fa. Linke-Hoffmann-Busch in Salzgitter, heute Alstom GmbH.

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Im früheren Werksmuseum von Linke, Hoffmann, Busch in Sazgitter

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1977 auf dem Abstellgleis Lübeck HBf

Die Doppeldeckwagen der LBE

Gattung Baujahr Lieferwerk Anzahl Betriebsnummer
ab 1872 ab 1897 ab 1910 ab 1930
BCPW6 1936 WUMAG 5 - - - 1 - 5
BCPW6 1936 - 1937 LHB, Görlitz 3 - - - 6 - 8

Lange war das Schicksal des Doppeldeckwagens ungewiss. Durch die Insolvenz des "Verein Lübecker Verkehrsfreunde" drohte dem Doppeldeckwagen der Schneidbrenner.

Im Rahmen einer Insolvenzauktion wurde der Wagen dann vom "Verkehrsmuseum" in Nürnberg erworben. Nach einer weiteren längeren Standzeit in Bremervörde, die Schmierfinken dazu nutzen, sich farblich am Wagen auszutoben, steht er seit Mitte November 2013 in Nürnberg. Was das Museum mit ihm beabsichtigt, liegt im Dunklen.